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Macht hoch die Tür

(Textbaustein 1)


Türchen öffnen - typisch Adventskalender.

Und in der Tat ist es eine gute Vorübung für Weihnachten, Türen zu öffnen.

Damit ich Josef und der schwangere Maria nicht die Tür vor der Nase zuschlage, wenn sie mich fragen, ob ich noch einen Platz zum Übernachten für sie hätte.

Damit meine  Augen, Ohren und mein Herz offen sind, wenn ein Engel mir davon berichtet, dass ganz in der Nähe der Retter in einer Krippe liegt.

Damit ich mein Herz öffne, wie Gott das seine.

In der Vorweihnachtszeit sollten wir daher so viele Türen wie möglich öffnen.

Dabei sind Türen nicht immer aus Holz oder Metall. Auch Worte können Durchgänge in andere Welten sein.

 

(Textbaustein 2)

Portalworte

Manchmal finde ich unvermittelt auf dem Weg zur Arbeit, im Kühlschrank, im Netz oder unter Nachttischchen Worte, die wie Löcher sind. Löcher in der Realität.
Ich kann durch sie hindurchgehen. Auf der anderen Seite befinde ich mich in meiner Kindheit. Oder an einem geheimen Ort, in einem Traum oder in einer Was-wäre-wenn-Zukunft.
Solche Worte kann ich nicht absichtlich finden. Eigentlich finden sie mich, nicht ich sie. Manche sind wie Falltüren. Andere wie abgeschlossene Kellertüren oder die Türen eines Tresors: Die muss ich erst knacken, bevor ich hindurchschlüpfen kann. Einige spüre ich auf der Zunge, andere im Bauch. Seltener brizzzeln sie im Kopf. Oft sind es Worte zum Hören. Es gibt aber auch solche, die wollen ausgesprochen sein. Zu jemand ganz bestimmten.
Wenn mich solche Worte finden, lasse ich zu, dass sie von mir Besitz ergreifen. Ich gebe mich in ihren Bann, in die Macht dieser Zauber-Tür-Worte, gehe durch das Portal und dann …

 

(Textbaustein 3)

Hier also eine Vorübung für Weihnachten: Finde ein Wort, das für dich wie eine Tür ist, das dich in eine andere Welt versetzen kann. Setzte das Wort hinter eine Tür. Wenn du Lust hast, verstecke die Tür irgendwo.

 

(Textbaustein 4)

Überhöre nicht das Wort, das eine. Das, das am Anfang war, und in die Welt gekommen ist. Das Wort, das die Macht hat, aus dem alles geworden ist und das die Welt verändern wird. Wenn es denn aufgenommen würde. Aber die Seinen nahmen es nicht auf. Gingen nicht hindurch. Und nach Weihnachten war die Welt noch immer dieselbe. Nur die Hirten, die haben etwas vom Wort gehört und etwas glänzen sehen
und plötzlich
war etwas
anders.

 

(Textbaustein 5)

Aus dem Johannesevangelium

Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und das Wort war Gott.
Dieses war im Anfang bei Gott.
Alles ist durch das Wort geworden und ohne es wurde nichts, was geworden ist.
In ihm war Leben und das Leben war das Licht der Menschen.
Und das Licht leuchtet in der Finsternis und die Finsternis hat es nicht erfasst.

...

Das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, kam in die Welt.
Er war in der Welt und die Welt ist durch ihn geworden, aber die Welt erkannte ihn nicht.
Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf.

...

Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt und wir haben seine Herrlichkeit geschaut, die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater, voll Gnade und Wahrheit.