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Jugendspiritueller Hintergrund - WortGeschenke überreichen

Sich anzunehmen, so wie man ist, ist eine Lebensaufgabe. Zu schätzen, was die eigene Person aus- und liebenswert macht und auf das Gute der eigenen Persönlichkeit stolz zu sein; das gilt es zu entdecken – in jungen Jahren besonders, aber auch darüber hinaus. Das „Dasein“ zu reflektieren und weiterzuentwickeln ist eine der Entwicklungsaufgaben im Heranwachsen eines jungen Menschen.

Warum ist das eigene Dasein, das Sich-Annehmen gerade an Weihnachten wichtig bzw. ein Thema von Weihnachten?

Karl Rahner hat 1962 in „Die Zeit“ zu anfangs einen recht launigen Leitartikel über das Weihnachtsfest geschrieben. (Den ganzen Artikel „Gnade in Abgründen“ findet man hier: http://www.zeit.de/1962/51/gnade-in-den-abgruenden).

Darin schreibt er über das Geheimnis, das wir Gott nennen und dessen Ankommen in der Welt, das wir an Weihnachten feiern. Und er betont: „Und wenn wir dieses denkende, liebende, hoffende Dasein angenommen haben in der Tiefe unseres Wesens trotz all der voreiligen, ungeduldigen Schmerzen und Proteste auf der Oberfläche unseres Daseins, dann haben wir uns auch schon auf Gott eingelassen, uns ihm übergeben. Viele werden dies tun, selbst wenn sie meinen, Gott nicht zu kennen (man muß ihn ja immer als den Unbegreiflichen kennen, sonst hat man ihn mit etwas anderem verwechselt), selbst wenn sie in verstummender Ehrfurcht sich nicht getrauen, ihn zu nennen.“

Eine Möglichkeit, sich selbst und das eigene Dasein anzunehmen, ist durch die Rückmeldung von anderen Menschen. Gesagt zu bekommen, wie man auf andere wirkt, was andere an einem schätzen, hilft dabei. Eine positive Rückmeldung signalisiert: Mein Gegenüber sieht die guten Seiten an mir. Er/ Sie nimmt mich so an, wie ich bin. Der Schritt, diese Seite an sich selbst zu erkennen, fällt dadurch leichter. Von jemanden zu hören, was er oder sie an der eigenen Person mag oder toll findet, stärkt und lässt die eigene Persönlichkeit mit ihrem Hoffen, Lieben und Denken klarer sehen.

Dies gesagt zu bekommen, kann wie ein Geschenk sein. Da Weihnachten untrennbar mit Geschenken verbunden ist, will dieser Impuls die Botschaft des Sich-Annehmens und auch des Von-Gott-Angenommen-Seins mit der Tradition des Schenkens verbinden.

Jugendspirituelle Hintergründe - Heilig Abend